Textildienstleistungs-Branche appelliert: Textilhygiene ist beim Hochfahren der Wirtschaft entscheidend für den Erfolg.

Berlin, 05.05.2020 – Obwohl der Textilhygiene in Zeiten einer Viruspandemie eine Schlüsselrolle zukommt, haben die Maßnahmen gegen die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie in der Textildienstleistungs-Branche zu teils existenziellen wirtschaftlichen Einbußen geführt. Die Politik muss die Bedürfnisse der Wäschereien und Textilservice-Unternehmen in den Fokus nehmen, damit sie ihrer Verantwortung für Hygiene und den Schutz der Arbeitnehmer gerecht werden können, ohne dabei selbst in Gefahr zu geraten.

Bund und Länder diskutieren Maßnahmen zur Lockerung des Lockdowns. Der Deutsche Textilreinigungs-Verband stellt klar: Gerade beim Hochfahren der Wirtschaft und dem Neustart vieler Branchen sind jetzt dringend die Anforderungen der Textilhygiene in allen Branchen zu berücksichtigen.

„Obwohl jetzt die Zeit der Textilhygiene in allen Wirtschaftsbereichen gekommen ist und unserer Branche damit eine Schlüsselrolle zukommt, sind viele unserer mittelständischen Betriebe existenzi-ell bedroht und Arbeitsplätze in der Textildienstleistungs-Branche gefährdet”, so DTV-Geschäftsführer Andreas Schumacher.

Die textilen Dienstleister versorgen Unternehmen aller Wirtschaftszweige mit hygienischer Berufskleidung und Wäsche. Doch insbesondere Betriebe, die für das Hotel- und Gaststättengewerbe arbeiten, stehen vor dem Aus. Für betroffene Unternehmen fordert der der DTV daher Liquiditätshilfen anzupassen und weiterzuführen, um die wichtige mittelständi-sche Branche zu erhalten.

Hygienestandards stärken

Auf die Entwicklung und Einführung hygienischer Standards im gesellschaftlichen wie im beruflichen Bereich ist in den kommenden Wochen und Monaten besonders zu achten. Der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hat bereits die Bedeutung hygienischer Arbeitsbekleidung hervorgehoben.

“Hier müssen weitere Schritte folgen. Nur professionelle textile Dienstleister können Unternehmen und die Arbeitnehmer mit hygienischer Arbeitskleidung versorgen. Die heimische Waschmaschine kann aus Hygienegründen diesen Standard nicht erfüllen”, so Schumacher. Der Deutsche Textilreinigungs-Verband fordert daher, dass die hygienische Aufbereitung bei professionellen textilen Dienstleistern in Arbeitsschutzstandards festgehalten wird.

Nachhaltige und hygienische Lösungen stärken

Im medizinischen Bereich werden oftmals Einwegprodukte verwendet. Aber auch Schutzmasken und andere textile Medizinprodukte wie OP-Abdeckungen und Mäntel von Chirurgen können hygienisch aufbereitet werden. Die Mehrweglösungen der Branche sind nicht nur nachhaltig und tragen zur Hygiene und Kreislaufwirtschaft bei, sondern solche Lösungen stärken auch die regionale Wirtschaft und sichern Arbeitsplätze in dieser aktuell so wichtigen mittelständischen Branche.

Anstatt Weg-werf-Produkte aus der Ferne zu importieren, sollten Textilien regional und nachhaltig vom Mittelständler beschafft und aufbereitet werden. Das schafft zugleich die dringend erforderliche Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit der deutschen Wirtschaft von Einwegschutzkleidung. Das Wiederhochfahren des Wirtschaftslebens muss daher mit den Forderungen nach einer umweltverträglichen Kreislaufwirtschaft verknüpft werden.

Hygienedienstleister in sensiblen Bereichen

“Als Hygienedienstleister erfüllen Wäschereien und Reinigungen hohe hygienisch Anforderungen auch bei der Aufbereitung von Wäsche und Bekleidung aus Krankenhäusern und Pflegeheimen. Und sie halten trotz der Krise die Versorgung alle anderen Wirtschaftsbereiche mit hygienischen Textilien aufrecht und leisten damit einen enormen Beitrag”, so Schumacher weiter.

Allerdings fehlt es an Schutzausrüstung für die eigenen Mitarbeiter/innen, beispielsweise an Schutzmasken oder Desinfektionsmitteln. Die Branche wird von der öffentlichen Verwaltung wie von der Politik nicht durchgehend als systemrelevant anerkannten – und das, obwohl keine Klinik ohne den Hygieneservice der Branche auskommt. Trotzdem wird vielen Hygienedienstleistern die Notfall-Kinderbetreuung der Branchen-Mitarbeiter/innen von den lokalen Behörden noch verwehrt.

DTV-Geschäftsführer Andreas Schumacher hält es für ein großes „Versäumnis der Politik, dass Unter-nehmen Probleme haben, an Desinfektionsmittel zu kommen oder Mitarbeiter/innen zu Zeiten der Pandemie nicht zur Arbeit erscheinen, weil sie auf ihre Kinder aufpassen müssen. Der Verband weist die verantwortlichen Stellen schon seit Wochen auf die Engpässe hin“. Deswegen fordert der Ver-band immer wieder eine Einstufung als systemrelevante Branche.

Ihr Ansprechpartner

Henrik BierGeschäftsführer




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